Markus Osterhaus | 0541 44013803 | Psychologische Beratung | Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Die meisten Kränkungen geschehen nicht mit Absicht!

„Ich halte es nicht mehr aus, mein Mann beleidigt mich immer wieder…“

„Ihre Worte können so verletzend sein…“

– so oder ähnlich beschreiben Paare ihre verzwickte, festgefahrene Situation – Kränkungen, dieses immer wiederkehrende Thema in der Paartherapie – und das bei Paaren, die schon lange zusammenleben und dieses auch weiter so wollen!

Zunächst möchte ich Ihnen die Begrifflichkeit folgendermaßen erklären:

Kränkung ist keine Krankheit, sondern eine psychische Reaktion.

Allerdings können sich aus einem Zuviel Krankheiten entwickeln.

Aus meiner Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Paaren kenne ich diese häufig wiederkehrenden Formen der Verletzung in Partnerschaften:

  • Vorwürfe
  • Zurückweisung
  • Beschämung/Bloßstellung/Beleidigen
  • Entwertung/Nichtbeachtung/Ignoranz/Übergangen werden
  • Geringschätzung/Vorenthaltung von Lob
  • Belehrungen und Vorschreibungen
  • Rücksichtslosigkeit oder emotionale Manipulation (z.B. Schuldgefühle machen)
  • fehlendes Taktgefühl
  • Entzug von Zuneigung, Aufmerksamkeit und Interesse

… bis hin zur Untreue.

Es gilt, zwischen Kränkungen und Demütigungen zu unterscheiden. Demütigungen sind die massivste Form von Kränkung, sie geschehen mit Absicht und lassen betroffene Personen machtlos zurück. Sie sind hoch aggressiv und haben die Entwürdigung des hilflos gemachten Gegenübers zur Absicht.

Während Demütigungen durchgehend schädigend sind, können Kränkungen konstruktive Seiten haben und es ist sogar möglich von ihnen zu lernen. Ich halte es für sehr lohnenswert, hier besonders hinzuschauen und zu differenzieren.

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht

Neben der absichtlichen Verletzung des Partners, die durchaus aus einem Spiel aus Macht und Ohnmacht resultieren kann, von der Entwertung und Demütigung ganz zu schweigen, ist es wichtig und hilfreich (an)zu erkennen das die meisten Kränkungen unabsichtlich geschehen.

Das liegt daran, dass das was der eine Partner tut, in der Regel nicht die Ursache dafür ist, was der anderen Partner fühlt. Meistens ist die Handlung eigentlich ein Auslöser, ein Trigger für ein resultierendes Gefühl. Welches Gefühl die andere Person allerdings erlebt, kann dabei ganz individuell sein. Es ergibt sich aus der Bewertung und Interpretation der erlebten Handlung oder des Gehörten. Dieselbe Handlung kann deshalb den einen kränken – und den anderen aber nicht.

Kränkung setzen ja an den wunden Punkten der Seele an, an den Selbstwert-Verletzungen die vielleicht schon vor sehr langer Zeit stattgefunden haben. Wer ein solides Selbstwertgefühl besitzt ist weniger kränkbar. Umgekehrt ist das Selbstwertgefühl eines Menschen der sich häufig gekränkt fühlt wahrscheinlich eher instabil. Bei diesen Menschen ist die Kränkungsverarbeitungs-Kompetenz folglich wenig ausgeprägt – oder sie wird gar durch den Partner geschwächt.

Die Lösungsansätze für den Umgang mit Kränkung in der Beziehung sind:

  • Vermeidung der kränkenden Handlung.
  • Unterstützung des Gekränkten darin, diese Handlung nicht überzubewerten.

Das Kränkungsgeschehen ist jedenfalls nicht allein das Problem des Gekränkten – vielmehr eine gemeinsame Verantwortung in der Partnerschaft.

Die Vorgehensweise zum Durchbrechen der Kränkungsproblematik in der Paartherapie liegen in:

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