"Sex positive" - meine Haltung zur Intimität und Sexualität
Sex positive – meine Haltung zu Sexualität
Sex positive bedeutet für mich nicht, dass jede Form von Sexualität für jeden Menschen passen muss oder Grenzen keine Rolle spielen.
Im Gegenteil: Im Mittelpunkt stehen Selbstbestimmung, Einvernehmlichkeit, Offenheit und Respekt.
Sexualität darf unterschiedlich sein. Entscheidend ist nicht, einer Norm zu entsprechen, sondern einen eigenen Umgang mit Sexualität zu finden, der für die beteiligten Menschen stimmig ist.
"Sex positive" - ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...
Warum entstand dieses Bild „Sex positive“?
Lange war ich auf der Suche nach einem Bild, das meine Haltung zu Sexualität ausdrückt und zugleich einen Einstieg in Gespräche über dieses sehr persönliche Thema ermöglicht.
Für viele Menschen ist es nicht leicht, über Sexualität, eigene Wünsche, Unsicherheiten oder Grenzen zu sprechen. Ein Bild kann dabei manchmal einen Zugang eröffnen, für den zunächst die Worte fehlen.
Im Februar 2020 entdeckte ich in einer Galerie in Phuket ein Motiv, dessen Symbolik mich unmittelbar angesprochen hat. Die Idee ließ mich nicht mehr los. In den folgenden Monaten entstand daraus gemeinsam mit der Künstlerin Barbara Hobitz das heutige Motiv.
Das entstandene Bild sagt mehr als 1000 Worte – in fünf Elementen, die ein Ganzes bilden. Jedes für sich bietet unzählige Möglichkeiten und öffnet den Raum für Gesprächsansätze. Im Folgenden will ich diese fünf Elemente in ihrer Bedeutung kurz skizzieren.
Das erste Element: der sinnliche Körper
Die Öffnung zur eigenen Sexualität wird durch die Kontur des Körpers sichtbar: mit Stolz und Selbstbewusstsein zu sich selbst und zum eigenen Geschlecht stehend, frei von falscher Scham und im Bewusstsein der eigenen Körperschönheit.
Sinnlichkeit bedeutet, sich selbst, das Gegenüber und die Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen. Sie braucht Aufmerksamkeit, Selbstachtung, Zeit und Wertschätzung und wird so zu bewusstem Erleben, Genießen und offener Hinwendung zu sich selbst und zum anderen.
Das zweite Element: der Liebesapfel
Der Apfel steht für das Begehrenswerte, für Versuchung und Verführung. Als Frucht symbolisiert er seit Jahrhunderten Sexualität, Fruchtbarkeit und Leben.
Dieser Apfel ist ein Angebot, sich ein Stück von ihm zu nehmen, ihn zu kosten und zu genießen.
Das dritte Element: „YES“, das bewusste JA zur Sexualität = Sex positive!
Sexualität umfasst so viele positive Facetten wie:
Vielfalt, Lebendigkeit, Individualität, Freiheit, Zwanglosigkeit, und vieles mehr im Kontext von Einvernehmlichkeit und Konsens.
Ich verstehe Sexualität als Lebensmotor, als Quelle von Energie, Freude und Erfüllung, als Kommunikations- und Bindungs- „Mittel“ zwischen Menschen.
Das vierte Element: Im "YES" steht auch das "ES"
In Freuds Strukturmodell der Psyche steht das „Es“ für den weitgehend unbewussten Bereich von Trieben, Bedürfnissen und Impulsen. Dazu gehört auch die Libido als psychische Energie sexuellen Begehrens.
Das fünfte Element: Der Wegweiser
Der kleine, aber dennoch so wichtige Pfeil symbolisiert den Wegweiser auf der Landkarte der Sexualität –
Wo stehe ich? Was möchte ich entdecken oder verändern?
Der Wegweiser verbindet das Bild mit meiner Arbeit bei LIFEWORKS-NOW: Sexualität bietet eine enorme Vielfalt an Erfahrungen und Möglichkeiten. Beratung kann helfen, eigene Wünsche und Bedürfnisse besser zu verstehen, Blockaden und Konflikte einzuordnen und einen individuellen Weg zu einer selbstbestimmten und erfüllenden Sexualität zu entwickeln.
