Markus Osterhaus | 0541 4401 3803 | Psychologische Beratung | Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Wenn Sexualität angeblich unwichtig ist…

…und plötzlich alles infrage stellt

Sexualität in der Beziehung wird häufig relativiert. Von meinen Klienten höre ich immer wieder Aussagen wie:

„Es kommt auf die inneren Werte an.“

„Sexualität ist nicht so wichtig.“

„Nähe, Vertrauen und Verlässlichkeit zählen.“

Diese Haltung wirkt reif, verantwortungsvoll und beziehungsorientiert. Und sie ist oft ehrlich gemeint. Manchmal wird Sexualität dann allerdings zugunsten von Nähe, Vertrauen und Stabilität in den Hintergrund gestellt.

Solange beide Partner diese Sichtweise teilen, bleibt das System stabil.
Doch diese Stabilität kann trügerisch sein.

Wenn Sexualität in der Beziehung plötzlich zur Krise wird

In vielen Paarbeziehungen kommt es irgendwann zu einem Wendepunkt:
Sexualität taucht wieder auf – als Wunsch, Fantasie, über Pornografie, soziale Medien oder auch real außerhalb der Beziehung.

Plötzlich wird genau das, was zuvor als „nicht so wichtig“ galt, zum zentralen Konflikt.

Vertrauen, Nähe und gemeinsame Geschichte scheinen auf einmal keine Rolle mehr zu spielen.

Sexualität wird dann zur Bedrohung der Beziehung – zum Beziehungskiller.

Das zentrale Paradox von Liebe, Sexualität und Partnerschaft

Hier zeigt sich ein grundlegender Widerspruch:

– Wenn Sexualität wirklich unwichtig wäre, könnte sie keine Beziehung zerstören.
– Wenn sie jedoch alles infrage stellt, war sie nie nebensächlich – sondern lediglich verdrängt.

In vielen Beziehungen wird Sexualität nicht bewusst gestaltet, sondern funktional abgewertet:

  • um Konflikte zu vermeiden

  • um emotionale Sicherheit zu erhalten

  • um Verletzlichkeit, Begehren oder Abhängigkeit nicht spüren zu müssen

Doch Begehren verschwindet nicht, nur weil man es moralisch oder rational kontrolliert.
Es verlagert sich – oft unbemerkt.

Warum Sexualität so viel Macht in Beziehungen hat

Sexualität ist weit mehr als körperliche Lust. Sie berührt zentrale psychologische Themen:

  • Selbstwert und Attraktivität

  • Erwähltsein und Bedeutung

  • Nähe, Zugehörigkeit und Exklusivität

Wenn Sexualität ausgelagert wird – selbst gedanklich oder digital – entsteht häufig das Gefühl:

„Ich genüge nicht mehr.“
„Ich bin austauschbar.“
„Unsere Beziehung reicht nicht aus.“

Nicht der sexuelle Impuls an sich zerstört die Beziehung, sondern die tiefe emotionale Kränkung, die damit verbunden ist.

Ein neuer Blick auf Sexualität in der Paarberatung

Sexualität ist kein Luxusproblem.
Und sie ist kein Störfaktor in einer guten Beziehung.

Sexualität ist ein sensibles Beziehungsthermometer.

Probleme entstehen nicht, weil Sexualität wichtig ist –
sondern weil sie lange nicht integriert, nicht besprochen oder nicht ernst genommen wurde.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
„Darf Sexualität so wichtig sein?“

Sondern:

„Wie ehrlich, lebendig und tragfähig darf Sexualität in dieser Beziehung existieren?“

In meiner Praxis Lifeworks-Now begleite ich Einzelpersonen und Paare bei Themen wie:

  • Beziehungsprobleme

  • Sexualität und Partnerschaft

  • Untreue, Fantasien und Vertrauenskrisen

  • Nähe, Distanz und emotionale Verbundenheit

Es geht nicht um Schuld oder Moral.
Sondern um Verstehen, Bewusstheit und Entwicklung.

Sexualität darf wieder einen Platz bekommen –
nicht als Bedrohung, sondern als Teil einer lebendigen, erwachsenen Beziehung.

Manchmal beginnt genau dort echte Nähe.